Rekordschneefall, Chaos und Wintermärchen

Peter Engelmann, 3. Dezember 2023

Das war wirklich ein unerwarteter Start in den Winter: Waren wir in den letzten Jahren schon fast an wärmere Winter gewöhnt, erinnerten uns die Schneemassen am ersten Advent in der Region nördlich der Alpen und Österreich an „echte“ Winter im Norden oder einfach an die Zeit vor dem Klimawandel, als kalte Winter mit viel Schnee normal waren.

Am 1. Dezember 2023 führten eine 5B-Wetterlage und eine Luftmassengrenze zu neuen Rekordschneefällen in Oberbayern. In nur wenigen Stunden legte eine dicke Schneeschicht Züge und Flugzeuge rund um München lahm. Der Schneefall verursachte am Samstag, den 2. Dezember, über 90 Staus und zahlreiche Stromausfälle. was an unexpected start to the winter.


Überraschung am Morgen: Eine dicke Schneedecke auf dem Tisch.

Es gab so viel Schnee, dass der Ausnahmezustand in der bayerischen Landeshauptstadt sogar bis zum 2. Dezember andauerte. Jedes Wetterereignis ist anders, und in diesem Fall war der Grund für die anhaltenden Schwierigkeiten, dass der Schnee nass war und auf den Ästen von Bäumen liegenblieb. Einige Bäume knickten um oder Teile von ihnen brachen ab. Deshalb hatten Polizei und Rettungskräfte viel zu tun.

Überforderter Winterdienst

Es begann in den Nachmittagsstunden des 1. Dezember, als sich der Regen mehr und mehr in weiße Flocken verwandelte. In den Abendstunden setzte starker Schneefall ein. Es schneite und schneite, und in wenigen Stunden lag die Landschaft komplett unter einer dicken weißen Schicht. Das war zu viel für den Winterdienst.

In den Morgenstunden des 2. Dezember war klar, dass es viel Zeit und Mühe kosten würde, Straßen, Garagen und Gärten von den Schneemassen zu befreien. Der Schneefall hörte erst am späten Nachmittag auf. Es folgte eine kalte Nacht. Am Sonntag beruhigte sich das Wetter, aber es wurde noch kälter.

Fantastische Bilder

Trotz all des Chaos wird uns dieser erste Advent aber auch als zauberhaftes Wintermärchen in Erinnerung bleiben. Der Frost, die dicken Schneedecken und das Eis sorgten für eine fantastische Kulisse in Bayern und in den Alpen.

Aufgrund der Natur dieses Wetterereignisses, bei dem sich der Schnee vielfach an Bäumen und anderen Objekten festsetzte, bildeten sich interessante Skulpturen.


Mit ein wenig Fantasie konnte man auf den Feldern seltsame Kreaturen in einer unendlichen Vielfalt an Formen erblicken.


Wärmere Temperaturen und eine kalte Nacht führten zu diesen interessanten Effekten.


Die Bäume waren in Schnee, Eis und Raureif gehüllt. An einer Stelle gab es einen Eisvorhang.

Hier kontrastiert ein wenig Rot das dominierende Weiß.

Auch die Stromantennen wurden nicht verschont.

Ein Zaun, über und über bedeckt mit Schneekristallen.


Die frühen Morgenstunden sind die beste Zeit, um die Landschaft des „Winter Wonderland“ zu fotografieren. Die kalte Luft ist sehr klar und der tiefblaue Himmel kontrastiert mit den weißen Bäumen und Feldern.


Immer eine gute Idee: Bringt am besten einige Elemente ins Bild, die zur Atmosphäre beitragen, wie alte Scheunen oder Häuser.


Eine Attraktion sind kleine Bäche, die noch nicht zugefroren sind. Wenn das Wasser wärmer ist, bildet es oft einen dünnen Nebelschleier, der im Sonnenlicht toll aussieht.

© Deutsche Übersetzung: Susanne Niemuth-Engelmann / Redaktionsbüro Niemuth, https://redaktionsbuero-niemuth.de/ / 26.01.25

THE JAPANESE GARDEN IN AUGSBURG, BAVARIA

The Japanese Garden is a dream in every time of the year. In autumn, the colors are an unparalleled firework of yellow and red. You don’t need to go to Japan to enjoy the fascination of a Japanese garden and the many motives it has to offer.

In Augsburg, Bavaria, not far from the city center is one of the most impressive and representative Japanese Gardens in Europe. Japanese landscape architect Yoshikuni Araki designed the Garden of Friendship. He created an outstanding experience with a unique setting where trees, plants, boulders, and water are in a special combination.

Water is a central element of the Japanese garden. The garden architects made use of Augsburg’s special landscape where water plays a pivotal role. There are two rivers, Lech and Wertach, and a huge number of channels in and around Augsburg, which previously helped the city to become an important industrial center. The channels, the water management system, and the industrial installations are UNESCO WORLD HERITAGE.

One of the many streams runs through the Botanical Garden and the embedded Japanese Garden in Augsburg. On one side, the water cascades over boulders and disappears under a bridge on the northern side of the Japanese garden.

The Japanese garden was built as a present for the 2000th anniversary of Augsburg in 1985. It presents also the friendship with partner cities Amagasaki and Nagahama. The friendship was initiated by Magokichi Yamaoka, president of Yanmar. There is also a Japanese memorial in the Wittelsbacher Park in Augsburg. Yamaoka intended to honor German Rudolf Diesel.

Augsburg’s Japanese Garden presents the Japanese Art Of Gardening at its best. These gardens are works of art. They present a landscape and have a spiritual quality. There are two entries to the garden and you can explore new angles that show different perspectives for hours. Uneven curved paths are a typical element and they lead you to the most interesting points. The center of the Japanese Garden is a lake (Euchi). It symbolizes the sea. Typical stone lanterns (Ishidoro) are placed at significant points. An open building (Pavillion) resembles a temple and is a great place to rest there. Tons of boulders were transported from the Fichtelgebirge, a mountain range in Northern Bavaria, to Augsburg. Inspiration for the garden came from Kyoto.

The waterfall and the boulders create the impression of a mountain landscape:

A magical place: Boulders with lichen and moss, a thick canopy, and water cascading over stones.

Trees and perennials play an important role in the Japanese garden. The typical cherry trees there and many other sorts of plants are typical for Japan. Due to the different climates, there are some compromises.

The Japanese Garden is an attractive place throughout the year. Highlights are festivities in spring and of course the interesting colors in autumn. Green, Yellow, and intense red are dominant colors. There are many opportunities for photographers here. On weekends there are many visitors in the garden. A good time is certainly shortly after the botanical garden opens.

More info is available at www.augsburg.de/botanischergarten

The Japanese garden inside the Botanischer Garten is easily accessible for a little entry fee. There is a huge parking space around and, you can get there by Bus 32 from Augsburg Hauptbahnhof. The Botanical Garden is surrounded on one side by the Siebentisch-Wald, which is a huge landscape park and forest.


Die Kuhfluchtfälle in Oberbayern

Unweit von Garmisch-Partenkirchen bietet ein tolles Motiv viele Möglichkeiten für Fotograf:innen. Die Kuhflucht-Wasserfälle sind nicht so berühmt wie die weltbekannte Partnachklamm, aber sie sind auf jeden Fall einen Ausflug wert. Vor allem für Familien ist der Erlebniswanderweg, der zu ihnen führt, ein tolles Ziel.

Bevor man einen Ausflug dorthin plant, sollte man allerdings einige Fakten kennen: Die Kuhflucht-Wasserfälle haben eine Höhe von 270 Metern, aber stellt sie euch bitte nicht als einen einzelnen, riesigen Wasserfall vor. 

Drei imposante Kaskaden

Der Bach stürzt nämlich über einige Stufen und enthält insgesamt drei große Wasserfälle. Der wohl beeindruckendste unter ihnen befindet sich in der Nähe einer Brücke über den Bach.

Die Kaskaden liegen stellenweise in einer Schlucht. Man hat daher nicht überall einen freien Blick auf den gesamten Wasserfall (außer mit einer Drohne, für die eine Genehmigung erforderlich wäre), aber es gibt viele beeindruckende Motive entlang des Weges.

Spaß und Wissen für Groß und Klein

In Farchant gibt es zwei große Parkplätze. Einer davon ist der Ausgangspunkt des Wanderwegs zu den Kuhfluchtfällen. An den Weg schließt sich ein Abenteuer- und Erlebnispfad an, der durch einen Wald führt. Hier wurden zahlreiche Tafeln mit Rätseln, Aufgaben zum Mitmachen und vielen Informationen über die Natur aufgestellt, und auch ein Spielplatz befindet sich entlang des Weges. Kein Wunder, dass nicht nur der untere Teil des Weges, sondern auch dieser zweite Teil vor allem bei Familien und Gruppen mit Kindern besonders beliebt ist. 
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Wenn ihr auf der Suche nach dramatischen Bildern seid, sind die Jahreszeit und die Tageszeit wichtig: Diese Bilder wurden im Frühling während der Schneeschmelze und nach tagelangem Regen aufgenommen. Das macht einen großen Unterschied, denn dann stürzt viel mehr Wasser als zu anderen Zeiten über die Felsen hinab. In einem trockenen Sommer sieht das Bild ganz anders aus.

Hohe Berge und ein dichter Wald mit großen Bäumen umgeben die Wasserfälle. Der späte Vormittag ist – an sonnigen Tagen – ein guter Zeitpunkt zum Fotografieren, da dann genügend Sonnenlicht in die Schlucht fällt. 


Verschiedene Schwierigkeitsgrade

Der Weg ist im unteren Teil sehr bequem. Nach einem schweren Unwetter mit massiven Schäden wurde er repariert und wieder eröffnet. Die Gemeinde Farchant hat sich sehr für diesen Wanderweg eingesetzt und für einige zusätzliche Attraktionen gesorgt. Dank dieser Bemühungen können Gäste die romantischen Wasserfälle nun das ganze Jahr über genießen. 

Nach etwa 750 Metern erreicht ihr eine Brücke über den Bach. Vor der Brücke zweigt ein kleinerer Weg ab, auf dem ihr ein paar Meter zu einem Aussichtspunkt hinaufwandern könnt, teilweise über Treppenstufen. Hier bietet sich ein beeindruckender Blick auf den Wasserfall. 

Hinter der Brücke geht der breite Weg in einen steilen Bergpfad über. Dieser Weg, der höher hinauf führt, hat eine andere Qualität. Man sollte diese Wanderung nur machen, wenn man ein erfahrener Wanderer ist. Etwa 20 Minuten von der Brücke entfernt gibt es dann einen weiteren Aussichtspunkt, von dem aus man den oberen Teil der Schlucht sehen kann. Aber wie gesagt: Seid bitte vorsichtig!

Die Kuhfluchtfälle sind über die Bahnhaltestelle Farchant und mit dem Bus von Garmisch-Partenkirchen aus erreichbar.


Extra-Tipp: Ihr könnt auch auf dem äußerst bequemen „Philosophenweg“ zurück nach Garmisch-Partenkirchen wandern. An diesem leichten Weg stehen Bänke, in die Tafeln mit Zitaten berühmter Denker von Plato bis Schopenhauer eingelassen sind. Der Weg endet im Ortsteil Partenkirchen und ist ebenfalls sehr gut für einen Ausflug mit Kindern geeignet!

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Der größte Wasserfall ist beeindruckend nach tagelangem Regen im Frühjahr oder nach der Schneeschmelze.

.In der Nähe der großen Kaskaden zu stehen, ist ein angenehmes Gefühl. Nicht nur das Erlebnis der majestätischen Natur hebt sofort die Stimmung; auch die kleinen Wasserpartikel in der Luft tragen dazu bei. Sie öffnen die Atemwege und haben eine beruhigende Wirkung. Der Effekt ist ähnlich wie an der Nordseeküste, wenn man am Strand steht und die Luft in der Nähe der Wellen einatmet.

Oberhalb der Brücke befindet sich ein Aussichtspunkt, der eine atemberaubende Perspektive bietet.

Die Kuhfluchtfälle sind eine interessante Alternative oder Ergänzung zu den bekannten Ausflugszielen in der Region.

© Deutsche Übersetzung: Susanne Niemuth-Engelmann / Redaktionsbüro Niemuth, https://redaktionsbuero-niemuth.de/ / 27.01.25

Devastating Super-Cell Storms August 2023 Over Bavaria

August 2023 saw extreme weather events in Middle Europe. It wasn’t so many events, but a couple of significant storms. A number of super cells in Germany led to damage. There were some typical weather patterns in Upper Bavaria along the alps, where notorious hail-stripes are well-known, but the intensity of extreme weather was surprising.

One of the most significant extreme weather events happend on August 26 in the afternoon. Two supercells brought incredible amounts of hail in Southern Germany. A number of 123 places were affected, according to German Weather Service DVD. The separate weather systems rolling over Bavaria with a distance of 100 km. The two super-cells left a trail of destruction at a length of 130 km. The strip of hail had a width of 15 km. In that zone there was a lot of destruction in Benediktbeuern with a well-know monastery and Bad Bayersoyen. In some places hail had diameters more then 5cm, which turns them into bullets with high speed. Between the strips there was no such destruction but strong gusts of wind. The maps of the Europan Severe Weather Database deliver an impression of the two trails of destruction.

Heavy Thunderstorm on August 13 with intense lightning

Before these events, there were also heavy thunderstorms on August 13. These storms were coming from Baden-Wurttemburg. The video on the stormypictures.de Youtube Channel shows how the storm quickly intensifies. There was also a remarkable amount of lightning. The immense rate of lightning lit the sky and lasted unusually long.

There are no fundamental new weather patterns here, but what happened is what climate-researchers predicted a long time ago. A hotter and wetter atmosphere contains more energy. This energy is a precondition for stronger storms as these super-cells. And it is not only a warmer atmosphere. Early this year, researchers detected unusual warm surface temperatures in the oceans for example the atlantic ocean near Florida.

Here is the development of the thunderstorm in the early evening hours of August 13 in Upper Bavaria, close to lake Ammersee:

The late sun illuminates towering thunderstorm clouds

At first sight the huge tower of clouds looked  impressive but not as monstrous it became.

There was an incredible dynamic in the chaotic atmosphere

Within minutes the sky changes and dark clouds approached fast. In the upper half a rotating pattern appeared.

Lighting strikes came close very fast and a huge curtain with fall stripes appeared.

This storm brought intense rain and hail in some places. Later there was intense lightning.

The supercell storms on August 26 seen from a ship on a lake

There had been further dramatic weather events after August 13. On August 17 a monster thunderstorm set parts of Nuremberg in Northern Bavaria under water after a flash flood. The series of severe weather peaked on August 26 with the two super cells in Southern Bavaria and also dangerous thunderstorms in between. The pictures below were taken on a ship on Lake Ammersee. Here it was very hot and the sky was clear til middle of the afternoon. Then, dark clouds were arriving very fast. The orange flashing lights on the storm warning lights were activated. It was important that sailors headed back to harbour in time because the line of thunderstorms arrived fast with strong winds and rainfall later.

An unusual sight

Weather is always unique. Compared to the previous thunderstorms, the sky “looked” more like it was typical rain clouds. However these was a severe weather system at any place. The wind picked up very fast and the normally peaceful lake turned into a raging water with remarkable waves. Strong rainfall let the shore disappear in a sort of mist minutes after the wind gusts appeared. Later the evening, the weather calmed down. However the damage in many regions was dramatic.

Dark clouds approaching from South-West

The clouds quickly become darker.

Still some sunshine in the Alps before the super cell system arrives

It’s getting pretty dark even during the afternoon.

Gusts of storm at the westside of Lake Ammersee in Bavaria. A motor boat makes it barely into the harbour.

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https://www.youtube.com/watch?v=UVsCcEgCoa0&t=52s

What came after the storm

The super cell weather systems were the harbingers of more extreme weather in the alps. The days later there was heavy rain and a flood created more damage in Austria. On August 28 the famous Oetztal was cut off from the outer world after a mudslide destroyed the only road. Many tourists could only leave via the Timmelsjoch mountain pass. Helicopter’s brought food and other stuff into the valley.

Only days later a high pressure system brought calm and unusually warm weather in September. The super cell storms and the following devastating floods were dire reminders what living in a new climate triggered by climate change means. It means coping with a different world, less comfortable, more unpredictable and more violent. August 2023 was also one of the hottest summers on record.