Gute Wetter Beobachtungsplätze, zum Beispiel die Solitüde in Flensburg

Zwischen Deutschland und Dänemark befindet sich die Flensburger Förde. Diese zieht sich als langgestreckte und gebogene Bucht ins Land fast wie ein skandinavischer Fjord. Die Förde gehört zur Ostsee und endet landeinwärts bei der bekannten Stadt Flensburg. Diese war zeitweise eine dänische und eine deutsche Stadt. Es gibt hier auch beliebte Touristenziele wie die kleine Stadt Glücksburg oder die Halbinsel Holnis.

Die Gegend wird nicht nur viel von Touristen und Seglern besucht, auch Maler lieben die Angeliter Landschaft. Viele Menschen kommen im Sommer aus Berlin. Auf der anderen Seite in Dänemark, gibt es drei kleine Inseln, die “Ochsensinseln”, die ebenfalls besucht werden können und beliebt sind. Anders als das flache Nordfriesland auf Schleswig-Holsteins Westseite erinnert die Umgebung der Förde mit ihren grünen Hügeln und kleinen Wäldern an eine englische Landschaft.

Die Flensburger Förde ist ein großartiger Ort zur Wetterbeobachtung und zum Fotografieren. Es gibt viele Aussichtspunkte in Flensburg, an der dänischen Küstenseite oder an der Holnisspitze mit ihrer Steilküste, wo Besucher vorsichtig sein sollten. Es ist auch ein großartiger Ort um Vögel oder Sonnenuntergänge zu beobachten.

Die Ziele auf der deutschen Seite entlang der Förde sind durch die Nordstraße miteinander verbunden. Es gibt fantastische Beobachtungsplätze in Langballig und Habernis.

Doch eine lange Autofahrt ist gar nicht notwendig, denn auch innerhalb der Stadtgrenzen von Flensburg gibt es großartige Plätze. Ein Beispiel ist die “Solitüde”, ein Strand und ein kleines Viertel des Stadtteils Mürwik auf der Nordostseite von Flensburg. Die Solitüde ist bei den Flensburgern sehr beliebt. Seit einer langen Zeit gibt es auch ein Restaurant und im Sommer einen Schiffsanleger. Es ist ein großartiger Badeplatz, solange nicht zuviele Quallen auftauchen.

Aber insbesondere ist es ein großartiger Ort zum Photographieren. Es lohnt, diesen Ort das ganze Jahr über zu besuchen. Insbesondere, wenn die Touristen weg sind, herrscht dort eine einzigartige Atmosphäre.

Der Strand besteht aus einem Sandstrand und einige Wiesen. Solange ich mich erinnern kann steht dort eine Gruppe von Bäumen. Sie sind nie besonders groß geworden und erinnern mich immer an einen bestimmten Tarkowsky-Film.

Die meiste Zeit des Jahres gibt es hier Wind. Das Wetter ändert sich oft rasch und binnen Stunden können völlig verschiedene Bedingungen herrschen. Jedoch ist das Wetter weniger extrem als auf der Nordseeseite im Westen von Schleswig-Holsteing.

Kontraste und Farben sind auch anders, als wie an der Westküste, aber es gibt unglaublich viele atmosphärische Variationen. Die Farbe der Förde ändert sich auch sehr häufig.

Auch wenn es Ebbe und Flut auf der Ostseeseite im eigentlichen Sinne nicht gibt, schwankt der Wasserstand innerhalb der Förde. Wenn zum Beispiel der Wind aus Nordost kommt, wird das Wasser in die Förde gedrückt und da kann es am Hafen von Flensburg sogar zu Überflutungen kommen.

Der Platz ist ein Beispiel für etwas, was hier bereits mehrfach erwähnt wurde: Wenn Sie Wetter-Fotos oder Videos machen möchten, ist es gut, einige Beobachtungsplätze im Voraus zu kennen. Die Solitüde ist so ein Beispiel dafür. Sie ist leicht zu erreichen und hat eine großartige Umgebung. Immer wenn ich dort war, konnte ich große “Dramen” am Himmel beobachten.

Es ist sinnvoll sich auch so ein Inventar (vielleicht in einem Notizbuch) mit Landmarken und signifikanten Objekten, wie zum Beispiel diese Bäume, zuzulegen, da sie Bildern eine besondere Qualität geben und es mehr ist als nur Wolken und eine Wiese. Es ist spannend das gleiche Motiv über Jahre zu besuchen und dann Bilder mit ganz verschiedenen Stimmungen davon zu haben.





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PURPURLICHT

Ungefähr 15 Minuten nach Sonnenuntergang gibt es manchmal ein Himmelsphänomen namens Purpurlicht. Dies ist nicht dasselbe wie Abendrot, wo die Wolken durch die untergehende Sonne illuminiert werden. Purpur-Licht ist ein physikalisches Phänomen und entsteht durch Dunstpartikel hoch in der Atmosphäre, zum Beispiel durch Sahara Staub.

Damit wir das Purpurlicht in der Atmosphäre sehen können, braucht es zwei verschiedene Arten von Reflektionen: Der Beobachter sieht rotes und blaues Licht am Himmel. Diese beiden Quellen werden in unseren Augen und in unserem Gehirn gemischt und wir sehen das Purpurlicht.

Abende im November und Oktober sind oft eine gute Zeit um das Purpurlicht bei klarem Himmel zu sehen. Es gibt verschiedene Konditionen, die für das Purpurlicht verantwortlich sind: Zum Beispiel der Luftdruck, der Wind oder welche Arten von Partikeln sich in der Atmosphäre befinden.

Manchmal ist es nicht so eindeutig, was die Ursache für das Purpurlich ist. Aber wenn das Purpurlicht sehr intensiv ist, kann eine vulkanische Eruption oder ein Waldbrand die Ursache sein. Die legendären Bilder von William Turner mit den erinnerungswürdigen roten Himmeln wurden vielleicht durch das intensive Purpurlicht und das besondere Abendrot beeinflusst, das zu dieser Zeit aufgrund einer vulkanischen Eruption in Island in Europa herrschte.

 

 

Das Fotografieren von Purpurlicht ist leicht. Hauptsächtlich braucht man einen Platz wo der Himmel im Westen nicht durch Häuser oder Bäume verstellt ist. Es ist immer gut, ein Stativ dabei zu haben. Das Augen wird in der Dämmerung leicht getäuscht. Insbesondere bei solchen Himmelsbedingungen kann der Himmel heller erscheinen als er ist.

 

Bei der Gelegenheit, wo diese Bilder entstanden war ich gerade joggen und sah zu spät, dass es an diesem Abend einen interessanten Sonnenuntergang geben würde. Daher war mein Equipment nicht ideal für die Situation. Manchmal kann man seine Kamera auf einem Stein oder an der Ecke einer Mauer auflegen aber hier stand ich in der Mitte einiger Felder auf einem Feldweg. Ich wollte die ISO (Empfindlichkeit) meiner Kamera nicht zu weit aufdrehen, um Rauschen zu vermeiden, daher haben die Resultate ihre Grenzen. Aber es zeigt, was das Purpurlicht ist. Wenn man Photoshop oder eine andere Software benutzt, kann man durch vorsichtige Steigerung der Sättigung den Purpurlicht-Effekt unterstreichen.

 





Um noch interessantere Bilder zu machen könnte man den astronomischen Kalender anschauen und nach Abenden Ausschau halten, wenn zum Beispiel Venus oder Jupiter im Westen sichtbar sind oder am Besten ein Planet und der Mond ein Rendez-Vous am Himmel haben. Im Zusammenspiel mit der Dämmerung ergeben sich dann eindrucksvolle Szenarien.

Manchmal können auch Wolken in der Stratosphäre zu intensiven Abendrot-Phänomenen führen. Zur Zeit dieser Fotoaufnahmen waren jedoch keine stratosphärischen Wolken oder vulkanische Asche im Spiel, sondern es waren ganz einfach ein paar warme Tage mit einem klaren Himmel während des sogenannten Indian summer.