Die Kuhfluchtfälle in Oberbayern

Unweit von Garmisch-Partenkirchen bietet ein tolles Motiv viele Möglichkeiten für Fotograf:innen. Die Kuhflucht-Wasserfälle sind nicht so berühmt wie die weltbekannte Partnachklamm, aber sie sind auf jeden Fall einen Ausflug wert. Vor allem für Familien ist der Erlebniswanderweg, der zu ihnen führt, ein tolles Ziel.

Bevor man einen Ausflug dorthin plant, sollte man allerdings einige Fakten kennen: Die Kuhflucht-Wasserfälle haben eine Höhe von 270 Metern, aber stellt sie euch bitte nicht als einen einzelnen, riesigen Wasserfall vor. 

Drei imposante Kaskaden

Der Bach stürzt nämlich über einige Stufen und enthält insgesamt drei große Wasserfälle. Der wohl beeindruckendste unter ihnen befindet sich in der Nähe einer Brücke über den Bach.

Die Kaskaden liegen stellenweise in einer Schlucht. Man hat daher nicht überall einen freien Blick auf den gesamten Wasserfall (außer mit einer Drohne, für die eine Genehmigung erforderlich wäre), aber es gibt viele beeindruckende Motive entlang des Weges.

Spaß und Wissen für Groß und Klein

In Farchant gibt es zwei große Parkplätze. Einer davon ist der Ausgangspunkt des Wanderwegs zu den Kuhfluchtfällen. An den Weg schließt sich ein Abenteuer- und Erlebnispfad an, der durch einen Wald führt. Hier wurden zahlreiche Tafeln mit Rätseln, Aufgaben zum Mitmachen und vielen Informationen über die Natur aufgestellt, und auch ein Spielplatz befindet sich entlang des Weges. Kein Wunder, dass nicht nur der untere Teil des Weges, sondern auch dieser zweite Teil vor allem bei Familien und Gruppen mit Kindern besonders beliebt ist. 
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Wenn ihr auf der Suche nach dramatischen Bildern seid, sind die Jahreszeit und die Tageszeit wichtig: Diese Bilder wurden im Frühling während der Schneeschmelze und nach tagelangem Regen aufgenommen. Das macht einen großen Unterschied, denn dann stürzt viel mehr Wasser als zu anderen Zeiten über die Felsen hinab. In einem trockenen Sommer sieht das Bild ganz anders aus.

Hohe Berge und ein dichter Wald mit großen Bäumen umgeben die Wasserfälle. Der späte Vormittag ist – an sonnigen Tagen – ein guter Zeitpunkt zum Fotografieren, da dann genügend Sonnenlicht in die Schlucht fällt. 


Verschiedene Schwierigkeitsgrade

Der Weg ist im unteren Teil sehr bequem. Nach einem schweren Unwetter mit massiven Schäden wurde er repariert und wieder eröffnet. Die Gemeinde Farchant hat sich sehr für diesen Wanderweg eingesetzt und für einige zusätzliche Attraktionen gesorgt. Dank dieser Bemühungen können Gäste die romantischen Wasserfälle nun das ganze Jahr über genießen. 

Nach etwa 750 Metern erreicht ihr eine Brücke über den Bach. Vor der Brücke zweigt ein kleinerer Weg ab, auf dem ihr ein paar Meter zu einem Aussichtspunkt hinaufwandern könnt, teilweise über Treppenstufen. Hier bietet sich ein beeindruckender Blick auf den Wasserfall. 

Hinter der Brücke geht der breite Weg in einen steilen Bergpfad über. Dieser Weg, der höher hinauf führt, hat eine andere Qualität. Man sollte diese Wanderung nur machen, wenn man ein erfahrener Wanderer ist. Etwa 20 Minuten von der Brücke entfernt gibt es dann einen weiteren Aussichtspunkt, von dem aus man den oberen Teil der Schlucht sehen kann. Aber wie gesagt: Seid bitte vorsichtig!

Die Kuhfluchtfälle sind über die Bahnhaltestelle Farchant und mit dem Bus von Garmisch-Partenkirchen aus erreichbar.


Extra-Tipp: Ihr könnt auch auf dem äußerst bequemen „Philosophenweg“ zurück nach Garmisch-Partenkirchen wandern. An diesem leichten Weg stehen Bänke, in die Tafeln mit Zitaten berühmter Denker von Plato bis Schopenhauer eingelassen sind. Der Weg endet im Ortsteil Partenkirchen und ist ebenfalls sehr gut für einen Ausflug mit Kindern geeignet!

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Der größte Wasserfall ist beeindruckend nach tagelangem Regen im Frühjahr oder nach der Schneeschmelze.

.In der Nähe der großen Kaskaden zu stehen, ist ein angenehmes Gefühl. Nicht nur das Erlebnis der majestätischen Natur hebt sofort die Stimmung; auch die kleinen Wasserpartikel in der Luft tragen dazu bei. Sie öffnen die Atemwege und haben eine beruhigende Wirkung. Der Effekt ist ähnlich wie an der Nordseeküste, wenn man am Strand steht und die Luft in der Nähe der Wellen einatmet.

Oberhalb der Brücke befindet sich ein Aussichtspunkt, der eine atemberaubende Perspektive bietet.

Die Kuhfluchtfälle sind eine interessante Alternative oder Ergänzung zu den bekannten Ausflugszielen in der Region.

© Deutsche Übersetzung: Susanne Niemuth-Engelmann / Redaktionsbüro Niemuth, https://redaktionsbuero-niemuth.de/ / 27.01.25

August 2023: Schwere Superzellenstürme über Bayern

Im August 2023 kam es in Mitteleuropa zu extremen Wetterereignissen. Zwar waren sie insgesamt nicht zahlreich, doch unter ihnen waren einige schwere Stürme. Eine Reihe von Superzellen führte in Deutschland zu Schäden. 

In Oberbayern entlang der Alpen, wo die berüchtigten Hagelstreifen bekannt sind, gab es einige durchaus typische Wetterlagen – aber die Intensität des extremen Wetters war überraschend.

Superzellen mit Hagelmassen am 26. August

Eines der bedeutendsten Extremwetterereignisse ereignete sich am Nachmittag des 26. August. Zwei Superzellen brachten Süddeutschland unglaubliche Mengen an Hagel. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes DWD waren 123 Orte betroffen. Die einzelnen Wettersysteme überrollten Bayern in einem Abstand von 100 km. Die beiden Superzellen hinterließen eine Schneise der Verwüstung auf einer Länge von 130 km. Der Hagelstreifen hatte eine Breite von 15 km. In dieser Zone gab es große Zerstörungen in Benediktbeuern mit seinem bekannten Kloster und in Bad Bayersoyen. An einigen Stellen hatte der Hagel einen Durchmesser von mehr als 5 cm, was ihn zu einem Geschoss mit hoher Geschwindigkeit macht. Zwischen den Streifen gab es keine solchen Zerstörungen, aber starke Windböen. Die Karten der European Severe Weather Database vermitteln einen Eindruck von den beiden Schneisen der Verwüstung.

Schweres Gewitter am 13. August mit heftigen Blitzen

Vor diesen Ereignissen gab es am 13. August ebenfalls schwere Gewitter, die von Baden-Württemberg aus über Bayern zogen. Das Video auf dem Youtube-Kanal von stormypictures.de zeigt, wie sich das Gewitter schnell verstärkt. Auch die Anzahl der Blitze war beachtlich. Die immense Blitzrate erhellte den Himmel und dauerte ungewöhnlich lange.

Es handelt sich dabei nicht um grundlegend neue Wettermuster, sondern um das, was Klimaforscher schon lange vorhergesagt haben. Eine heißere und feuchtere Atmosphäre enthält mehr Energie. Diese Energie ist eine Voraussetzung für stärkere Stürme wie diese Superzellen. Und es ist nicht nur die wärmere Atmosphäre: Anfang des Jahres hatten Forscher bereits ungewöhnlich warme Oberflächentemperaturen in den Ozeanen festgestellt, zum Beispiel im Atlantik bei Florida.

Hier ist die Entwicklung des Gewitters in den frühen Abendstunden des 13. August in Oberbayern, nahe dem Ammersee:

Die Abendsonne beleuchtet hoch aufragende Gewitterwolken.

At first sight the huge tower of clouds looked  impressive but not as monstrous it became.

In der chaotischen Atmosphäre herrscht eine ungeheure Dynamik.

Innerhalb von Minuten verändert sich der Himmel und dunkle Wolken ziehen schnell heran. In der oberen Hälfte erscheint ein rotierendes Muster.

Die Lichtblitze kommen sehr schnell näher und es zeigt sich ein riesiger Vorhang mit Fallstreifen.

Das Unwetter bringt gewaltigen Regen und stellenweise Hagel mit sich. Später gibt es heftige Blitze


Die Superzellenstürme des 26. August vom Schiff aus gesehen

Nach dem 13. August gab es weitere dramatische Wetterereignisse. Am 17. August setzte ein riesiges Gewitter nach einer Sturzflut Teile von Nürnberg in Unterfranken unter Wasser. Die Unwetterserie erreichte am 26. August mit den beiden Superzellen in Südbayern und dazwischen liegenden gefährlichen Unwettern ihren Höhepunkt. Die Bilder unten wurden von einem Schiff auf dem Ammersee aus aufgenommen. Hier war es sehr heiß und der Himmel war bis zur Mitte des Nachmittags klar. Dann zogen sehr schnell dunkle Wolken auf. Die orangefarbenen Blinklichter der Sturmwarnleuchten wurden aktiviert. Es war wichtig, dass die Segler rechtzeitig in den Hafen zurückkehrten, denn die Gewitterlinie kam schnell mit starkem Wind und späterem Regen näher.

Ein ungewöhnlicher Anblick

Wetter ist immer einzigartig. Im Vergleich zu den vorangegangenen Gewittern sah der Himmel hier zunächst eher nach typischen Regenwolken aus. In Wahrheit rückte hier aber bereits ein schweres Wetterereignis heran. Der Wind nahm sehr schnell zu und der normalerweise friedliche See verwandelte sich in ein tobendes Gewässer mit beachtlichen Wellen. Starke Regenfälle ließen das Ufer in einer Art Nebel verschwinden, Minuten nachdem die Windböen aufgetreten waren. Später am Abend beruhigte sich das Wetter. Dennoch waren die Schäden in vielen Regionen dramatisch.

Dunkle Wolken ziehen von Südwesten heran.

Die Wolken werden sehr schnell dunkler.


Noch immer zeigt sich ein wenig Sonne in den Alpen, bevor die Superzelle eintrifft.


Obwohl es erst Nachmittag ist, wird es reichlich dunkel.

Sturmböen an der Westseite des Ammersees im Voralpenland. Ein Motorboot schafft es gerade noch in den Hafen.

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https://www.youtube.com/watch?v=UVsCcEgCoa0&t=52s

Nach dem Sturm 

Die Superzellen-Ereignisse waren die Vorboten für weitere extreme Wetterlagen in den Alpen. In den Tagen danach gab es heftige Regenfälle, und ein Hochwasser verursachte weitere Schäden in Österreich. Am 28. August war das berühmte Ötztal von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem eine Schlammlawine die einzige Straße ins Tal zerstört hatte. Viele Touristen konnten nur über das Timmelsjoch abreisen. Helikopter brachten Lebensmittel und andere Dinge zu den Eingeschlossenen.

Nur wenige Tage später sorgte ein Hochdrucksystem im September für ruhiges und ungewöhnlich warmes Wetter. 

Die Superzellenstürme und die anschließenden verheerenden Überschwemmungen haben uns in erschreckender Weise vor Augen geführt, was es heißt, in einem durch die Erderwärmung ausgelösten neuen Klima zu leben. Es bedeutet, mit einer anderen Welt zurechtzukommen, die weniger komfortabel, unberechenbarer und gewaltsamer ist. 

Der August 2023 war auch einer der heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen.

© Deutsche Übersetzung: Susanne Niemuth-Engelmann / Redaktionsbüro Niemuth, https://redaktionsbuero-niemuth.de/ / 26.01.25

Blautopf, Blaubeuren – Ein Ort romantischer Sagen und Märchen

von Peter Engelmann, 10. August 2022


Habt ihr schon einmal nach einem Motiv gesucht, um die deutsche Romantik in Reinform darzustellen? Der Blautopfsee bei Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb ist genau so ein Motiv.

Der Blautopfsee ist die zweitgrößte Karstquelle Deutschlands und dient als Quelle des Flusses Blau. Seine Besucher sehen ein magisch erscheinendes Gewässer, dessen intensive Farbe zwischen Blau und Smaragdgrün changiert und sich immer wieder verändert. Der Blautopf sieht aus wie ein riesiges Auge oder wie ein Portal zu einer anderen Welt. 

Was brauchen wir noch für eine romantische Märchenkulisse? Genau: ein rauschendes Mühlrad, eine geheimnisvolle Schmiede und eine mittelalterliche Stadt – es ist alles vorhanden. 

Jede Menge Motive

Genau gegenüber vom tiefblauen See befindet sich eine historische Hammerschmiede. Auch wenn das heute darin untergebrachte Café und das Informationszentrum für Touristen uns zurück in die Gegenwart holen, stören diese Einrichtungen den romantischen Eindruck nicht im Geringsten. Wer hätte schon etwas gegen eine Tasse Kaffee am Ufer des Blautopfes, mit Blick auf die glitzernde Wasseroberfläche, die die umgebenden Baumkronen spiegelt? 

In unmittelbarer Nähe schließt sich das Städtchen Blaubeuren mit seinen zahlreichen pittoresken Fachwerkhäusern im alemannischen Stil, teilweise noch mit  mittelalterlicher Bausubstanz und unter strengem Denkmalschutz, und seiner berühmten spätgotischen Klosteranlage an. Um das romantische Panorama zu komplettieren, thronen malerische Burgruinen auf den Hügeln über dem Tal.

Der Blautopf und Blaubeuren liegen inmitten eines breiten Tals unweit von Ulm, der größten Stadt in der Nachbarschaft. Sie sind beliebte Touristenziele.

Romantische Fantasie

Es ist kaum verwunderlich, dass der Blautopf mit seiner außergewöhnlichen Farbe und seiner unauslotbaren Tiefe eine Inspiration für viele Volksmärchen und romantische Geschichten war. Angeblich stahlen Nixen regelmäßig das Tiefenlot, wenn Forscher versuchten, Messungen vorzunehmen. Schriftsteller wie E. T. A. Hoffmann oder Ludwig Tieck und Maler wie Caspar David Friedrich und Johann Friedrich Overbeck prägten im frühen 19. Jahrhundert das Zeitalter der Romantik. In dieser Ära wurde die Karstquelle zunehmend bekannter, weil sie die romantische Fantasie anregte. Die Übergänge zur nachfolgenden Epoche des Biedermeier waren fließend, und auch ihre Dichter ließen sich noch vom Blautopf inspirieren. 

Die schöne Lau

Eduard Mörike, ein bekannter deutscher Romancier und Dichter des Biedermeier, verarbeitete viele Geschichten aus der Region in seinem Märchen „Das Stuttgarter Hutzelmännlein“ (1853). Es ist die Geschichte eines Wandergesellen, der von Stuttgart nach Blaubeuren reist. In diese Rahmenhandlung baute Mörike mehrere Binnengeschichten ein, darunter die „Historie von der Schönen Lau“: Die Meerjungfrau Lau lebt mit ihrem Mann, einem Wassernix, an der Donaumündung. Weil sie nicht lachen kann, wird sie von ihm verstoßen und auf den Grund des Blautopfes gesperrt. Schließlich kommt ihr die Wirtin des Gasthauses Nonnenhof, eine waschechte Schwäbin, mit ihren Scherzen zu Hilfe – Lau kann herzlich lachen und ist rehabilitiert. Eine kleine Statue am See erinnert an ihre Geschichte, doch viel romantischer ist es, sich vorzustellen, dass das Gras auf der Wasseroberfläche in Wahrheit ihre langen Haare sind, die aus der Tiefe emporsteigen …

Eines der beeindruckendsten Wasserhöhlensysteme Deutschlands

Moderne wissenschaftliche Entdeckungen in der Region sind indes noch fantastischer als die reiche Imagination romantischer Schriftsteller. Offiziell ist das Quellbecken 22 Meter tief, aber auf seinem Grund ist man noch lange nicht am Ende: Der Blautopf ist der Eingang zu einem unglaublichen Höhlensystem. Taucher nutzen den Blautopfsee als Einstiegspunkt für Expeditionen in das monumentale Höhlensystem „Blauhöhle“. Es ist in der Tat ein Portal zu einer anderen Welt.

Höhlentauchen ist ein gefährlicher Sport. Weil es unter Hobbytauchern immer wieder zu Unfällen kam, darunter auch tödliche, hat die Gemeinde den Blautopf seit den 1980er-Jahren für die Allgemeinheit gesperrt. Es gibt nur wenige Sondergenehmigungen, darunter für den Verein „Arbeitsgemeinschaft Blautopf“, der das Höhlensystem erforscht. Die Wasserhöhle wurde in den Jahren 1960–62 entdeckt. Später machte der Forscher und Taucher Jochen Hasenmayer weitere unglaubliche Entdeckungen. Die meisten Teile der Höhle befinden sich unter Wasser, aber es gibt riesige Gewölbe, die aus ausgetrockneten Unterwasserseen und riesigen Stalaktiten bestehen. Höhlenforscher sind fasziniert von dieser geheimen unterirdischen Welt, die noch viele Geheimnisse birgt. Bis heute ist dies ein gefährliches Terrain, das für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Es gibt jedoch erstaunliche Dokumentationen über Expeditionen in das Höhlensystem, wie „From The Blue, Into The Dark“, die sehr zu empfehlen sind.

Praktische Hinweise

Die beste Zeit für Fotografie und Videografie sind im Sommer die Morgenstunden. Der Blautopf ist ein Motiv, das besser aussieht, wenn die Sonne scheint. Seine beeindruckende blaugrüne Farbe entsteht durch die nanoskaligen Kalksteinpartikel. Sie sind dicht im See verteilt und bewirken einen Streulichteffekt.

Vielleicht solltet ihr aber auch den Herbst für einen Besuch in Betracht ziehen. Bei den umgebenden Bäumen handelt es sich nämlich überwiegend um Laubbäume. Mit dem magisch blauen See auf der einen Seite und den rot und gelb gefärbten Blättern auf der anderen ergibt sich eine wunderbare Farbpalette.

Anfahrt und Weg

Das Blautopf ist leicht erreichbar. Vom Bahnhof Blaubeuren sind es 25 Gehminuten. Blaubeuren ist ca. 16 km von Ulm entfernt. Die Bahnfahrt beträgt ab Ulm ca. 12 Minuten; Züge fahren häufig. Stuttgart ist ca. 80 km von Blaubeuren entfernt. In der Nähe des Blautopfs befindet sich ein großer Parkplatz.

Ein schöner Rundweg führt um den Blautopfsee. Von dort gibt es viele verschiedene Perspektiven auf das blaue Wasser und die Hammerschmiede.

Nach der Umrundung des Blautopfs führt der Weg direkt in das mittelalterliche Städtchen Blaubeuren.

In der Nähe des Blautopfs befindet sich das spätmittelalterliche Kloster Blaubeuren, in dem ein Museum untergebracht ist. Auf dem Klostergelände liegt auch das historische Badehaus der Mönche, das ebenfalls besichtigt werden kann. Wenn noch Zeit bleibt, ist das URMU, das Urgeschichtliche Museum, ein weiteres Highlight in dieser erstaunlichen Stadt. Spuren menschlicher Präsenz auf der Schwäbischen Alb reichen bis 40 000 v. Chr. zurück, und das Museum zeigt einige außergewöhnliche Relikte. Zu ihnen gehört der „Löwenmensch“, der als geheimnisvollstes und größtes Kunstwerk der jüngeren Altsteinzeit gilt.

Deutsche Bearbeitung: Redaktionsbüro Niemuth

Kategorien: Naturwunder, Sommer, Reisetipp, Unkategorisiert

Tags: Baden-Württemberg, Blaubeuren, Blautopf, Blautopfsee, Höhle, Karstquelle, Schwäbische Alb, Wasserhöhle

Das Himmelmoor in Norddeutschland – eine geheimnisvolle Landschaft

von Peter Engelmann, 5 Juli 2022

Das Himmelmoor bei Quickborn im Kreis Pinneberg (Metropolregion Hamburg) war einst das größte Hochmoor Schleswig-Holsteins und umfasste ursprünglich 600 Hektar Moorfläche. Heute ist das Naturschutzgebiet eine teils naturbelassene, teils rekultivierte Landschaft. Wie viele Hochmoore, wurde es lange ausgebeutet und überlebte nur knapp den Torfabbau. Von diesem ehemaligen Torfabbau sind noch viele Spuren erhalten. Heute wird das Himmelmoor häufig von Wanderern und Ausflüglern besucht.

Beobachtungsort für Naturliebhaber und Fotografen

Das Himmelmoor ist ein interessanter Raum für Naturliebhaber und ein Refugium für viele geschützte Pflanzen- und Tierarten, vor allem für eine große Vielfalt an Vögeln. Es gibt hier verschiedene Moortypen. All dies macht das Himmelmoor zu einem einzigartigen Motiv für Foto- und Videografen – hier gibt es einfach jede Menge faszinierender Dinge zu beobachten.

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Das Gebiet ist über einen vier Kilometer langen Wanderweg (oder über einen 12 Kilometer langen Weg, der die Umgebung einschließt) erreichbar. Bitte bleiben Sie immer auf dem Weg und richten Sie keinen Schaden an. Jedes interessante Motiv ist vom Weg aus zugänglich. Es gibt auch ein paar kleine Hügel als Aussichtspunkte. Teilweise ist der Weg mit Holzbohlen gesichert. Da der Untergrund zu manchen Jahreszeiten sehr feucht sein kann, macht ein solcher „Holzbohlenweg“ den Rundgang für Wanderer angenehmer.

Geschichte erleben mit der Torfbahn

Wenn Sie den Trail im Uhrzeigersinn begehen, können Sie gleich zu Beginn der Tour einige interessante Gebäude und Überreste aus der Zeit des Torfabbaus sehen. Zu den eindrucksvollsten Motiven gehören die alten Bahngleise, über die der Torf abtransportiert wurde. Sie sehen auch die kleinen Transportwagen, „Loren“ genannt. Gelegentlich sind diese Loren sogar als Sonderbahn für Besucher im Einsatz. „Die Torfbahn“ hat begrenzte Sitzplätze; Termine der Fahrten finden Sie hier. Auch auf einer eigenen Facebook-Seite gibt es dazu regelmäßige Updates. Während der Fahrten informiert ein Guide über das Himmelmoor und seine Geschichte, die wie viele Orte des Torfabbaus auch dunkle Aspekte hat. Häftlinge mussten diese schwere Arbeit oft unter unmenschlichen Bedingungen verrichten.

Neben einigen natürlichen Seen sind auch die Überreste aus der Torfgewinnung, auf die man immer wieder trifft, sehenswert. Es dauert lange, ein so sensibles Naturschutzgebiet zu rekultivieren. Ehrenamtliche Helfer investieren viel Zeit, um die Natur intakt zu halten und zugleich die historischen Überreste des Torfabbaus zu restaurieren. So ergeben sich unterwegs viele unterschiedliche Eindrücke. Im Sommer bieten das Wollgras und das Blau der Seen einen tollen Anblick.

Es ist sinnvoll, einige Stunden für einen Besuch des Himmelmoors einzuplanen. Entlang des Weges gibt es immer wieder interessante neue Blickwinkel und Aussichtspunkte. An heißen Tagen kann der Weg etwas anstrengend sein, doch man wird für den Aufstieg auf die kleinen Hügel mit schönen Panoramablicken belohnt.

Wollgras im Hochmoor

Stimmungsvolles Wolkenspiel …

Da wir uns hoch oben im Norden Deutschlands in Schleswig-Holstein befinden, wo das Land größtenteils flach ist, gibt es die charakteristischen „endlosen“ Horizonte. Sie tragen zum einzigartigen Eindruck des Himmelmoors bei. Das Meer ist nicht weit entfernt und an den meisten Tagen im Jahr weht Wind. Das Wetter ändert sich normalerweise oft, was spektakuläre Momente mit ziehenden Wolken und einem schnellen Wechsel der Stimmungen ermöglicht. Wie in jedem Moor herrscht hier eine besondere Atmosphäre. Moorlandschaften sind oft ein bisschen unheimlich und erscheinen manchmal sogar wie aus einer anderen Welt. Vielleicht haben Sie gerade deshalb Lust, an einem nebligen Herbsttag hierherzukommen … 

An diesem Tag gab es jedoch keine Gespenster oder andere mysteriöse Erscheinungen. 

Wiese und überflutetes Gebiet von einem erhöhten BeobachtungsplatzMeadow.

… und interessante Vegetation

Im Sommer ist es möglich, die sehr abwechslungsreiche Vegetation der Gegend zu studieren. Es gibt einige offene Landschaften, aber auch einen schönen Wald mit Birken, der recht märchenhaft anmutet. Beim Rundgang lohnt es sich, auf kleinere Details wie außergewöhnliche Blumen und Gräser zu achten. Auch die Tierwelt ist spannend und vielfältig. Man kann Libellen und Schmetterlinge beobachten, aber auch viele Vogelarten, darunter Weißstörche, Kraniche, Schwarzspechte und Uhus.

Die Grenze zwischen offener Moorlandschaft und Birkenwald.

An einigen Stellen kann man die verschiedenen Schichten des Bodens sehen. Bemerkenswert sind die strahlenden Farben. Alles ist besonders in dieser außergewöhnlichen Landschaft.

Interessante Plätze im Birkenwald entlang des Wanderweges, ein lebendes “Lehrgebiet”.

Moorlandschaften sind in der Regel weniger bunt als beispielsweise eine alpine Landschaft. Dies kann ein interessanter Aspekt bei der Aufnahme von Bildern sein, die eine Struktur enthalten sollten. Eines der faszinierendsten Elemente in dieser schier endlosen Weite ist das Zusammenspiel zwischen dem Wasser mit dem sich darin spiegelnden Himmel und der Moorlandschaft. 

Wildnis auf den ersten Blick, bei genauerem Hinsehen ergeben sich immer wieder interessante Strukturen.

Es ist immer besonders schön hier zu sein, wenn etwas Wind geht. Die Oberfläche des Sees kräuselt sich dann und ergibt interessante Strukturen..
Beobachtungsplatz am Weg

Das Himmelmoor ist gut erreichbar. Der nächstgelegene Bahnhof ist Quickborn mit der AKN aus Hamburg kommend. Das Naturschutzgebiet ist nicht weit von Hamburg entfernt. Es gibt einen Parkplatz am Ausgangspunkt, der während der Ferienzeit und an manchen Wochenenden sehr voll sein kann. Bitte halten Sie sich immer an die von den Behörden festgelegten Regeln.

Schleswig Holstein hat viele sehr wertvolle FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Lebensräume), von denen einige nicht weit voneinander entfernt sind. Es könnte sich also lohnen, etwas zu recherchieren und auch einige der anderen Naturdenkmäler im Umkreis zu besuchen.

Deutsche Bearbeitung: Redaktionsbüro Niemuth